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Mittleres Warnowtal

Geführte Wanderung mit der Naturpark-Rangerin des Naturparks Sternberger Seenland unter dem Motto „Vielfalt der Natur – Rundweg Mittleres Warnowtal“ (Juni 2019)

Beginn der Wanderung ist um 10 Uhr am Parkplatz beim Schloss bzw. Herrenhaus Kaarz in der Nähe von Weitendorf (ca. 19 km von Pennewitt entfernt in Richtung Sternberg). Es bildet den Mittelpunkt einer Gutsanlage, die im 17. Jh. gegründet wurde. Im Jahr 1872 kaufte es der Hamburger Reeder und Kaufmann Julius Hüniken. Er ließ das heutige Herrenhaus errichten und 1873 auf 70.000 m² nach Plänen von Carl Ansorge, einem Schüler des berühmten Gartenbaumeisters Lenné, den neo-barocken Park anlegen.
Nach dem Tod von Julius Hüniken 1891 ging das Gut an dessen Sohn, der ab 1902 Umbauten im Schloss durchführen und den Park zu einem englischen Landschaftspark umgestalten ließ. Die Anlage ist mit seltenen Bäumen und Pflanzen ausgestattet, unter anderem finden sich hier mehrere über 500 Jahre alte Eichen, Douglasien und Zypressen. Versteckt im Park stehen außerdem die neugotische Kapelle der Familie Bülow sowie das Mausoleum der Familie Hüniken im Stil der Neorenaissance. Als besondere Kostbarkeit der Parkarchitektur wurde der als Arboretum angelegte Park Anfang des 20. Jh. im Jahrbuch der „Königlich dendrologischen Gesellschaft“ beschrieben und steht heute auf der nationalen und europäischen Denkmalliste.
Die Fassade des neoklassizistischen Herrenhauses ist eher zurückhaltend dekoriert, auffallend ist der große Turm im Stile eines Monopteros mit seiner gusseisernen Wendeltreppe. Im Inneren des Schlossbaus blieben als originale Ausstattungselemente der Kamin im Roten Salon und die Deckenmalerei im Foyer erhalten. Im Schloss-Café gibt es lecker Eis, Kaarzer Apfelkuchen u.v.m.

Auf der Wanderung erfährt man einiges über die Entstehung unserer Landschaft und die hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Die Wanderung geht über eine Distanz von ca. 8 km und endet gegen 14 Uhr wieder in Kaarz. Die Teilnahme ist kostenlos – über eine kleine Spende zugunsten des Fördervereins freut man sich aber.

Erste Rast und eine Hinweistafel: hier ist ein Ort mit Geschichte. Die erste Erwähnung von „Hoff to Wetzelyn“ wird auf das Jahr 1416 datiert und beschreibt ein Rittergut, bestehend aus Gutshaus mit Scheunen, Ställen und Katen. Dieses Gut, einst Sitz der Grundherrschaft für die umliegenden Orte Weselin, Kaarz und Mewitz, wurde 1795 aufgegeben, anschließend Stück für Stück abgebrochen, und nur wenige Jahre später brennen die restlichen Gebäude ab.

Wir kommen bei der „Zwei-Männer-Brücke“ an. Betrachtet man sie genauer, wird klar, wie die hölzerne Warnowquerung zu ihrem Namen kam.
Vorbei geht es am über 100 Jahre alten wunderschönen Gutshaus Alt Necheln. Es wurde von der allerersten Architektin Deutschlands (Emilie Winkelmann) im Auftrag der damaligen Eigentümerfamilie Booth entworfen und gebaut.
Der Ort Necheln ist aber schon viel länger besiedelt, worauf Funde aus der Zeit um 900 v.Chr. schließen lassen. Der Name Necheln leitet sich von dem slawischen Wort Niklesse (Nachfahren des Niklot) ab und legt die Vermutung nahe, dass auch hier an der schönen Warnow eine Slawenburg stand.

Vorbei geht es an einem idyllischen, denkmalgeschützten Bauernhof – mit etwas Glück darf man einen Blick in den Hofgarten werfen und kommt mit der Besitzerin ins Gespräch.

Die Biber waren nachweislich schon früher hier heimisch, wurden aber im 19. Jh. ausgerottet. Nur zeitweise verirrten sich einzelne Biber aus dem Einzugsgebiet der Elbe in das Gebiet. In den Jahren 1990 und 1992 erfolgte die erfolgreiche Wiederansieldung von Elbe-Bibern.

Natur pur: Impressionen des naturnahen Wanderweges entlang der Warnow

Rast an der zweiten Warnowbrücke: Libellen, Vogelgezwitscher & glasklares Wasser
und schließlich: der Rückweg und die Ankunft im Schlosspark Kaarz

Zusätzliche Informationen:

Naturparkmagazin Sternberger Seenland – Veranstaltungen
Touristinformation Sternberg: Mit den Naturparkrangern unterwegs