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Obere Seen und Wendfeld

Der ca. 8 km lange Rundwanderweg führt durch einen kleinen Teil des ca. 300 ha großen Flora-Fauna-Habitatgebietes „Obere Seen und Wendfeld“. Das Gebiet ist auf Grund seiner Vielfalt an Lebensräumen und Tier- und Pflanzenarten (Seen, Kleingewässer, Frisch-, Trocken- und Halbtrocken-Wiesen, Ginsterflächen, Waldmeister-Buchenwälder, Moor-, Erlen- und Eschenwälder) Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes „Mittleres Warnowtal“ und des europaweiten Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“.

Die geführte Wanderung in das Gebiet der Oberen Seen beginnt um 10 Uhr an der Rezeption des Campingplatzes am Lukower See in Sternberg (Maikamp 11, 19406 Sternberg). Es geht zunächst über die Bahngleise, vorbei am Jüdischen Friedhof, über die B104, vorbei an einem Schießübungsplatz und Treffpunkt mit Informationstafeln.

Wanderführer ist der Geologe i.R. Hans-Werner Lübcke, der über die Entstehung dieser wunderschönen Landschaft von der Eiszeit an, sowie die Besiedlung und Bewirtschaftung bis in die heutige Zeit informiert …

  • Warum der Name „Judenberg?
  • Wann war der Eisgletscher in unserem Gebiet und bis wo war er vorgedrungen?
  • Wie sind die Seen entstanden?
  • Was ist ein Sternberger Kuchen, wann wurde er „gebacken“ und wie ist er hier hergekommen?

Der Weg ist gut ausgeschildert und kann natürlich auch alleine bewandert werden. Er führt vorbei an aufgestauten Fischgewässern und ist gesäumt von blass rosa farbigen und weißen Heckenrosen und gelben Ginstern.

Noch um 1309 ist in einer Urkunde des Fürsten Heinrich II. nur von einem „See Wustrow“ die Rede, statt der heutigen vier Seen (Bürgermeistersee, Egelsee, Oberer See und Wustrow See).

Beim Rückzug der Gletscher vor etwa 12.000 Jahren entstand ein Gletschersee, dessen Niveau 10 bis 20 m höher war als der gegenwärtige Seenstand. Zu dieser Zeit erfolgte ein Abfluss vom heutigen Oberen See nach Nordwesten hin zum Urstromtal der Warnow. Die Oberen Seen weisen heute einen Pegel von 31,5 m NN auf. Etwa 2,5 m höher erstreckt sich eine ehemalige Uferterrasse um die Seen. Daraus lässt sich ableiten, dass der Wasserspiegel in der Vergangenheit zeitweilig höher war als heute und statt der vier Seen ein großes Gewässer existiert haben muss. Oberer See und Wustrowsee haben sich erst vor ca. 700 Jahren durch eine künstliche Wasserspiegelabsenkung von 2 m getrennt. Ziel dieser mittelalterlichen Maßnahme war die Gewinnung von Kalkmudde aus den Seen. Die Flurbezeichnung „Beim Kalkofen“ an der Nahtstelle zwischen beiden Seen erinnert heute daran.

Anschließend besteht die Möglichkeit, sich bei einem Fischimbiss bei Fischer Frischke mit einer leckeren frisch geräucherten Forelle zu stärken (ca. 5 €). Dafür ist bis zum Tag vor der Wanderung eine Anmeldung notwendig.

Fischer Frischke erzählt die Geschichte der hiesigen Fischaufzucht, die um 1900 mit der Haltung von Regenbogenforellen begann. 1910 wurde das Wohnhaus errichtet und mit der Hecht- und Karpfenzucht begonnen, was die Anlage zusätzlicher Teiche und Dämme erforderte. 1936 war hier die größte Hechtzuchtanstalt Deutschlands.

Zurück geht es nun von dort wieder über die B104, durch den Wald, entlang des Lukower Sees, über die Bahngleise zum Campingplatz.

Zusätzliche Informationen:

Traumziel MV
Naturparkmagazin Sternberger Seenland – Veranstaltungen
Campingplatz Sternberg – Wanderungen