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Warnow – Mildenitz Durchbruchstal

Sommer – Wanderung ‚auf den Spuren der Eiszeit‘

Zwischen März und Oktober werden (gegen nur geringe Unkostenbeiträge) zahlreiche u.a. von Naturpark-Rangern geführte Wanderungen in der näheren Umgebung, d.h. im Naturpark Sternberger Seenland, angeboten – so z.B. ab Sternberg zu den ‚Oberen Seen‘, vom ‚Roten See‘ Brüel ins Naturschutzgebiet ‚Binnensalzwiesen Sülten‘, vom Neukloster See aus ins ‚Klaasbachtal‘ oder eben die hier beschriebene Wanderung unter dem Motto ‚auf den Spuren der Eiszeit‘ ab Groß Görnow durch das ‚Warnow-Durchbruchstal‘ mit dem Dipl.-Geologen Hans-Werner Lübcke.

Seine fundierten Kenntnisse der eiszeitlichen Formung und frühen Besiedlung dieser Landschaft sowie Hinweise auf die speziell hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten machen diese Wanderung besonders spannend und sehr kurzweilig. So erfährt man u.a.:

  • wie das Durchbruchstal entstanden ist und warum es so heisst
  • wann der Gletscher in diesem Gebiet war und bis wohin er vorgedrungen ist
  • wann und wie die Slawen hier gesiedelt haben und
  • was es mit den Bearbeitungsspuren an den Findlingen auf sich hat, die überall am Wegesrand zu sehen sind.

Ein- bis zweimal im Jahr wird diese einschließlich der Pausen und Erklärungen ca. 3-stündige Exkursion als ganztägige ‚Extratour‘ angeboten. Dann gibt es danach noch eine Kremserfahrt von Klein Raden nach Groß Raden und von dort aus eine Bootsfahrt mit dem ‚Fischer Rettig‘ über den Sternberger See weiter nach Sternberg.

Auf naturbelassenen, schmalen Wegen führt dieWanderung duch das größte Durchbruchstal im Norden. Die Warnow hat sich hier ein bis zu 30 Meter tiefes Bett gegraben. Die ursprüngliche, wilde Landschaft genießen Wanderer ebenso wie Biber und Eisvögel.

(01) Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Naturschutzgebiet »Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal« bei Groß Görnow. Bevor es richtig los geht, informiert eine Infotafel über diese besondere Landschaft. Zunächst führt der Weg hinab zur Warnow und einige hundert Meter am Ufer entlang, bis die Wanderer den eigentlichen Ausgangs- und Rückkehrpunkt des ausgeschilderten Rundwander-weges (02) und eine Holzbrücke (03) erreichen.

(03) An und auf der Holzbrücke über die Warnow

Hier beginnt der Aufstieg über einen schmalen Pfad vorbei an etlichen großen Findlingen (04) – Tafeln am Wegesrand informieren über ihre Reise – und wunderbaren Aussichtspunkten (05) zu
den Resten einer über 1000 Jahre alten Höhenburg (06).

Eine Schautafel gibt einen Überblick über die slawische Anlage (07). Wer mehr über diese historische Epoche erfahren möchte, kann im nur sechs Kilometer entfernten Freilichtmuseum in Groß Raden auf Zeitreise gehen.

Dem Burgwall folgend verläuft der Weg in bis zu 30 Metern Höhe über der Warnow parallel zum Flussufer. Prächtiger Mischwald mit urigen Weißbuchen umgibt die Wanderer auf diesem Teilstück bis zu einer Schafkoppel. Dort treffen sie auf die Warnow und begleiten den Fluss über wilde Feucht- und Naturwiesen zurück in den Wald. Bei Klein Raden quert eine Brücke die Warnow (08). Gleich dahinter befindet sich ein Rastplatz.

Nun geht es am anderen Flussufer zurück. Neben den Wanderern zwängt sich die Warnow durch ein enges Tal. Geröll und Gesteine in ihrem Bett sorgen für einen wildwasserartigen Flussverlauf. Die steil aufragenden Uferhänge verleihen dieser Landschaft fast Mittelgebirgscharakter. Hier und da sind die Nagespuren der Biber zu erkennen (09). Sogar ihre Burg ist zu sehen. Und mit etwas Glück lassen sich die großen Nager sogar am Ufer blicken. Kräftige Rotbuchen schließen Ihr Blätterdach über den Köpfen der Wanderer. Und im Frühjahr bilden Buschwindröschen, Leberblümchen, Lerchensporn, Lungenkraut und Maiglöckchen einen zarten Blumenteppich am Waldboden.

Bei der Sondertour schließt sich nun eine Kremserfahrt von Klein Raden nach Groß Raden an (10)

(11) Weiter geht es ab Groß Raden mit dem ‚Fischer Rettig‘ per Boot über den Trenntsee, Binnensee, Hechtgraben und den Großen Sternberger See, vorbei am Burgwall (13) des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden) bis zur Anlegestelle Seenfischerei Sternberg (12).

(13) Blick vom Wasser auf den Burgwall in der rekonstruierten Slawensiedlung von Groß Raden

Weiterführende Informationen:

Hompage Dipl.-Geologe Hans-Werner Lübcke
Wandern Warnow-Durchbruchstal
Nationale Naturlandschaften